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…
einem System des
Ausdrucks andere an die Seite stellen.
– So kann
der Bann, in dem uns eine Analogie hält, gebrochen werden,
wenn
man
ihr eine andere an die Seite stellt || wir ihr eine andere an die Seite stellen, die wir als
gleichberechtigt anerkennen. – || (So kann
der Bann, in dem uns eine Analogie hält, gebrochen werden,
wenn
man
ihr eine andere an die Seite stellt || wir ihr eine andere an die Seite stellen, die wir als
gleichberechtigt anerkennen.)
Wir sind
geneigt, den Satz der Identität als Grundgesetz des Seins
fallen zu lassen, wenn uns ein System des Ausdrucks gezeigt wird,
das diesen Satz mit andern, die uns auf ähnliche
Weise
beunruhigten || beunruhigen, systematisch aus unsrer Notation
ausschließt. –
Und wir || Wir greifen zu der Notation, die das Wort
“ist” einmal durch “ε”,
einmal durch “ = ” ersetzt und das Problem der
Identität in der Verschiedenheit verschwindet.
“Ach so –” sagen wir, wenn uns die
philosophische Erklärung gegeben wird, und atmen auf.
Das Seltsame an der philosophischen Beunruhigung und ihrer Lösung möchte scheinen, daß sie wie die Qual des Asketen ist, der, eine schwere Kugel stemmend, betäubt || unter Leiden dastand, und den ein Mann erlöste, indem er ihm sagte || zurief: “Laß sie fallen”. Man fragt sich: Wenn Dich diese Sätze beunruhigen, Du nichts mit ihnen anzufangen wußtest, warum ließest Du sie nicht schon früher fallen, was hat Dich daran gehindert? – Es war das System des Ausdrucks, welches mich in Bann hielt. |
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Eine Hauptquelle unseres Unverständnisses ist,
daß wir den Gebrauch || die Praxis des
Gebrauchs unserer Wörter nicht übersehen. –
Unserer || Der Grammatik unserer
Sprache fehlt es an
Übersichtlichkeit. –
Die übersichtliche Darstellung vermittelt das Verständnis,
welches eben darin besteht, daß wir die
‘Zusammenhänge sehen’.
Daher die Wichtigkeit des Findens der
Zwischenglieder. |
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105
Die philosophisch wichtigsten Aspekte der Dinge sind durch ihre
Einfachheit und Alltäglichkeit verborgen.
(Man kann es nicht bemerken, weil man es immer offen vor Augen
hat.)
Die eigentlichen Grundlagen seiner Forschung fallen dem Menschen
gar nicht auf.
Es sei denn, daß ihm dies einmal
aufgefallen ist. –
Und das heißt, das Auffallendste (Stärkste)
fällt ihm nicht auf. |
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103
“Philosophie” könnte man auch das nennen, was
vor allen neuen Entdeckungen und Erfindungen möglich
ist.
(Wenn Einer die Lösung des ‘Problems des Lebens’ gefunden zu haben glaubt und sich sagen wollte, jetzt sei alles ganz leicht, so brauchte er sich zu seiner Widerlegung nur erinnern, daß es eine Zeit gegeben hat, wo die Lösung nicht gefunden war; aber auch zu der Zeit mußte man leben können, und im Hinblick auf sie erscheint die gefundene Lösung als ein Zufall. Und so geht es in der Logik. Wenn es eine ‘Lösung’ – wie eines mathematischen Problems – der logischen, d.i. philosophischen Probleme gäbe, so müßten wir uns nur vorhalten, daß sie ja einmal nicht gelöst waren (und auch da mußte man leben und denken können).) |
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134
Woher nimmt die Betrachtung ihre Wichtigkeit, da sie doch nur alles
Interessante, d.h. alles
Große und Wichtige, zu zerstören
scheint?
(Gleichsam alle Bauwerke; indem sie nur Steinbrocken und Schutt
übrig läßt.)
Aber es sind nur Luftgebäude, die wir zerstören, und wir legen den
Grund der Sprache frei, auf dem sie standen. |
135
Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung
irgendeines schlichten Unsinns und Beulen, die sich der Verstand beim
Anrennen an das Ende || die Grenze der Sprache geholt
hat.
Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.
|
136
Daß ich bei meinen Erklärungen, die Sprache
betreffend, schon die volle Sprache (nicht etwa eine
vorbereitende, vorläufige) anwenden muß, zeigt
schon, daß ich nur
Äußerliches über die
Sprache vorbringen kann.
Ja, aber wie können uns diese Ausführungen dann befriedigen? – Nun, Deine Fragen waren ja auch schon in dieser Sprache abgefaßt; mußten in dieser Sprache ausgedrückt werden, wenn etwas zu fragen war! Und Deine Skrupel sind Mißverständnisse. Deine Fragen beziehen sich auf Wörter, so muß ich von Wörtern reden. |
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(Hierher gehört auch: Wenn die
Philosophie
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vom Gebrauch des Worts
“Philosophie” redet, so könnte man meinen, es
muß also eine Philosophie zweiter Ordnung
geben.
Aber es ist eben nicht so; sondern der Fall entspricht dem der
Rechtschreibelehre, die es auch mit dem Wort
“Rechtschreibelehre” zu tun hat,
aber dann nicht eine Rechtschreibelehre
zweiter Ordnung ist. |
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Ich habe seinerzeit (in der Log.
Phil. Abh.) gesagt, der ‘Elementarsatz’
sei eine Verkettung von Namen.
Denn den Namen entsprächen Gegenstände und dem Satz entspreche ein
Komplex aus ihnen.
Dem Satz, “Die Flasche steht rechts vom Glas”,
wenn er wahr ist, entspricht der Komplex bestehend aus der Flasche, dem
Glase und der Relation Rechts-Links (oder wie man
sie bezeichnen will). –
Die sprachwidrige Verwendung des Wortes
“Gegenstand” und
“Komplex”!!
Ein Häuserkomplex ‘besteht’ doch aus
den Häusern, und nicht aus ihnen und ihren
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gegenseitigen Lagen!
Und wenn || Wenn
ich
sage, ich sehe drei Gegenstände auf dem Tisch, so meine ich doch
nicht: das Glas, die Flasche und ihre räumliche Beziehung.
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Z.B. Man kann, unter gewissen Umständen für Andere verständlich, von Kombinationen von Farben mit Formen sprechen (etwa der Farben rot und blau mit den Formen Quadrat und Kreis) ebenso wie von Kombinationen verschiedener Formen oder Körper. Und dies ist die Wurzel meines schiefen Ausdrucks: die Tatsache sei ein Komplex von Gegenständen. Zu sagen, ein roter Kreis ‘bestehe aus’ Röte und Kreisförmigkeit, sei ein Komplex aus diesen Bestandteilen, ist ein Mißbrauch dieser Wörter, und irreführend. (Verwandt damit: die Verwechslung von color und pigmentum.) Die Tatsache, daß dieser Kreis rot ist, ‘besteht’ aus gar nichts. (Frege im Gespräch beanstandete einst meinen Ausdruck, indem er sagte: “der Teil ist doch kleiner als das Ganze.”) |
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Aber ich suche, suche krampfhaft, nach einem System, nach einer
Einheit aller Sätze. –
Und nun werde ich der Gefangene bestimmter Ausdrucksformen meiner
Sprache, bleibe im Netze der Sprache hängen. – –
Denn, wenn || Wenn
wir z.B. statt
des Satzes “Die Flasche ist
blau” sagen: “Die Flasche hat die
Eigenschaft Blau”, statt “Die Flasche steht
rechts vom Glase”: “Die Flasche steht zum
Glase in der Beziehung Rechts”, u.s.f.,
– so kann es allerdings den Anschein gewinnen,
als sei jeder Satz eine Verbindung von Namen.
Denn alle Wörter mit, quasi, materieller Bedeutung
erscheinen hier verstreut …
Man weiß keinen Ausweg, denn die Sprache scheint uns keinen zu lassen. 122
Wir ändern nun den Aspekt, indem wir … |
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Wie hätten wir uns ein komplettes Regelverzeichnis für
die Verwendung eines Worts zu denken? –
Was versteht man unter einem kompletten Regelverzeichnis für die
Verwendung einer Figur im Schachspiel?
Könnten wir uns nicht Zweifelfälle konstruieren, in denen
das normale Regelverzeichnis nicht entscheidet?
Denke etwa an so eine Frage: wie ist es festzustellen, wer
zuletzt gezogen hat, wenn die Zuverlässigkeit des Gedächtnisses der
Spieler angezweifelt wird? |
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