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Verstehen. 1 |
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Kann man denn etwas Anderes als einen Satz verstehen? Oder aber: Ist es nicht erst ein Satz, wenn man es versteht. Also: Kann man Etwas anders, als als Satz verstehen? |
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Da ist es wichtig, daß es in einem gewissen Sinne keinen halben Satz gibt. Das heißt, vom halben Satz gilt, was vom Wort gilt, daß er nur im Zusammenhang des Satzes Sinn| // Bedeutung // hat. |
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Prüfen:| Überlegen: “Das Verstehen fängt aber erst mit dem Satz an. (Und darum interessiert es uns nicht.)” |
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Wie es keine Metaphysik gibt, so gibt es keine Metalogik. Das Wort “Verstehen”, der Ausdruck “einen Satz verstehen”, ist auch nicht metalogisch, sondern ein Ausdruck wie jeder andre der Sprache. |
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Man könnte sagen: Was soll uns das Verstehen bekümmern? Wir müssen ja den Satz verstehen, daß er für uns ein Satz ist! 2 |
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Es wäre ja auch seltsam, daß die Wissenschaft und die Mathematik die Sätze gebraucht, aber von ihrem Verstehen nicht spricht. |
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Man sieht in dem Verstehen das Eigentliche, im Zeichen das Nebensächliche. — Übrigens, wozu dann das Zeichen überhaupt? — Nur um sich Andern verständlich zu machen? Aber wie ist das| dies möglich?| Aber wie geschieht dies? — Hier wird das Zeichen als eine Medizin betrachtet| angesehen| Man sieht hier| da das Zeichen als eine Medizin an, die im Andern die gleichen Schmerzen| Zustände hervorrufen soll, wie ich sie habe. |
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Auf die Frage “was meinst Du”, muß zur Antwort kommen: p; und nicht| kommt zur Antwort: “ich meine p”, & nicht “ich meine das, was ich mit ‘p’ meine”. |
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Man kann es auch so sagen: wenn man sich immer in einem Sprachsystem ausdrückt und also, was ein Satz meint, nur durch Sätze dieses Systems erklärt, so fällt am Schluß die Meinung ganz aus der Sprache, also aus der Betrachtung, heraus und es bleibt die Sprache, das Einzige, was wir betrachten können. Was ein Satz meint, sagt eine Erklärung. |
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Gesprochenes kann man nur durch die Sprache erklären,| Gesprochenes erklärt man durch die Sprache; darum kann man die Sprache (in diesem Sinne) nicht erklären. |
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Ich will doch sagen: Die ganze Sprache kann man nicht interpretieren. Eine Interpretation ist immer nur eine im Gegensatz zu einer andern. Sie hängt sich an das Zeichen und reiht es in ein weiteres System ein. 3 |
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Alles was ich in der Sprache tun kann, ist etwas sagen: das eine sagen. (Das eine sagen im Raume der Möglichkeiten dessen, was ich hätte sagen können.) (Keine Metalogik.) ⇄ |
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Wenn Frege gegen die formale Auffassung der Arithmetik spricht, so sagt er gleichsam: diese kleinlichen Erklärungen, die Symbole betreffend, sind müßig, wenn wir diese verstehen. Und das Verstehen besteht quasi im Sehen| // ist quasi das Sehen // eines Bildes, aus dem dann alle Regeln folgen (wodurch sie verständlich werden). Frege sieht aber nicht, daß dieses Bild nur wieder ein Zeichen ist, oder ein Kalkül, der uns den geschriebenen Kalkül erklärt. Aber das Verständnis gleicht überhaupt dem, welches| Und, was wir Verstehen einer Sprache nennen, gleicht überhaupt dem Verständnis, welches wir für einen Kalkül kriegen, wenn wir z.B. seine Entstehung| Genesis| die Gründe seiner Entstehung, oder seine praktische Anwendung kennen lernen. Und auch da lernen wir nur einen übersichtlicheren Symbolismus statt des fremden kennen. (Verstehen heißt hier etwa übersehen.) |
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Wenn komplizierte seelische| psychische Vorgänge hinter der Front der Symbole beim Verstehen des Wortes “und” eine Rolle spielen wie kommt es, daß von ihnen in der Logik nie die Rede ist, noch sein braucht? ⇄ |
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Wenn ich jemandem einen Befehl gebe, so ist es mir ganz genug , ihm Zeichen zu geben. Und ich würde nie sagen: das sind ja nur Worte, und ich muß hinter die Worte dringen. Ebenso, wenn ich jemand etwas gefragt hätte und er gibt mir eine Antwort (also ein Zeichen), bin ich zufrieden — das war gerade, was ich erwartete — und wende nicht ein: das ist ja eine bloße Antwort. Es ist klar, daß nichts anderes erwartet werden konnte, und daß die Antwort den Gebrauch der Sprache| des bestimmten Sprachspiels| einer Sprache voraussetzte. Wie|; wie alles, was zu sagen ist.| wir sagen können. 4 |
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Wenn man aber sagt “wie soll ich wissen, was er meint, ich sehe ja nur seine Zeichen”, so sage ich: “wie soll er wissen, was er meint, er hat ja auch nur seine Zeichen”. |
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“Etwas habe ich aber doch gemeint, als ich das sagte!” — Gut, aber wie können wir, was es ist, herausbringen? Doch wohl nur dadurch, daß er es uns sagt. Wenn wir nicht sein übriges Verhalten zum| als Kriterium nehmen sollen, dann also das, was er uns erklärt. Du meinst, was Du sagst. 5 |
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“Du hast mit der Hand eine Bewegung gemacht; hast Du etwas damit gemeint? — Ich dachte, Du meintest, ich solle zu Dir kommen”. Wie meinte er etwas? Hat er also etwas Anderes gemeint, als, was er ausdrückte| zeigte? Oder ist die Frage nur: hat er gemeint was er zeigte? Also er konnte etwas meinen, oder auch nichts meinen. Und wenn er etwas meinte, war es eben was er zeigte oder etwas Anderes? Darf man hier fragen: “ was hast Du gemeint”? — Auf diese Frage kommt ein Satz zur Antwort. Darf man so nicht fragen, so ist das Meinen — sozusagen — amorph. Und “ich meine etwas mit dem Satz” ist dann von ähnlicher Form wie: “dieser Satz ist nützlich”, oder “dieser Satz greift in mein Leben ein”. |
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Könnte man aber| auch antworten: “ich habe etwas mit dieser Bewegung gemeint, was ich nur durch diese Bewegung ausdrücken kann”? |
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Wir unterscheiden Sprache, von dem, was nicht Sprache ist Schrift von dem, was keine Schrift ist. Wir sehen Striche etwa auf einer Mauer und sagen, wir verstehen sie; und wir sehen andere, und sagen, sie bedeuten nichts (oder, uns nichts). Damit ist doch eine sehr allgemeine Erfahrung charakterisiert, die wir nennen könnten: “etwas als Sprache verstehen” — ganz abgesehen davon| von dem, was wir aus dem gegebenen Gebilde| den Strichen (etc.) herauslesen. ( Vergleiche: die Handlungen zweier Personen als Züge (Handlungen) eines Spiels verstehen.) |
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Ich sehe eine deutsche Aufschrift und eine chinesische: Ist die chinesische etwa ungeeignet etwas mitzuteilen? — Ich sage, ich habe Chinesisch nicht gelernt. Aber das Lernen der Sprache fällt| dies fällt als Ursache, Geschichte, aus der gegenwärtigen Situation heraus. Nur auf seine Wirkungen kommt es an, und die sind Phänomene, die eben nicht eintreten, wenn ich das Chinesische 6a sehe| // anschaue//. (Warum sie nicht eintreten, ist gleichgültig.) |
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Geben wir denn den Worten, die uns gesagt werden, willkürliche Interpretationen? Kommt nicht das Erlebnis des Verstehens mit dem Erlebnis des Hörens der Zeichen, wenn wir ‘die Sprache der Andern verstehen’? |
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Wenn mir jemand etwas sagt und ich verstehe es, so geschieht mir dies ebenso, wie, daß ich, was er sagt, höre. Und hier ist Verstehen das Phänomen, welches|die Phänomene welche sich einstellt, wenn ich einen deutschen Satz höre, und welches dieses Hören vom Hören eines Satzes einer mir fremden Sprache unterscheidet. |
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Denken wir an eine Chiffre: Ein Satz sei uns|mir in der Chiffre gegeben und auch der Schlüssel, dann ist uns|mir natürlich, in gewissem Sinne|einer Beziehung, alles zum Verständnis der Chiffre gegeben. Und doch würde ich, gefragt “verstehst Du diesen Satz in der Chiffre”, antworten: Nein, ich muß ihn erst entziffern; und erst, wenn ich ihn z.B. ins Deutsche übertragen hätte, würde ich sagen “jetzt verstehe ich ihn”. Wenn man hier die Frage stellte: “In welchem Augenblick der Übertragung (aus der Chiffre ins Deutsche) verstehe ich den Satz”, so würde man einen Einblick in das Wesen dessen erhalten, was wir “verstehen” nennen.| // in das Wesen des Verstehens erhalten.// |
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Ich sage einen Satz “ich sehe einen schwarzen Kreis”; aber auf die Worte| // Wörter // kommt es doch nicht an; sagen| // setzen // wir also statt dieses Satzes “a b c d e”. Aber nun kann ich nicht ohne weiteres mit diesem Zeichen den oberen Sinn verbinden (es sei denn, daß ich es als ein Wort auffasse und dies als Abkürzung des oberen Satzes). Diese Schwierig- keit 6b sehe| // anschaue//. (Warum sie nicht eintreten, ist gleichgültig.) |
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Geben wir denn den Worten, die uns gesagt werden, willkürliche Interpretationen? Kommt nicht das Erlebnis des Verstehens mit dem Erlebnis des Hörens der Zeichen, wenn wir ‘die Sprache der Andern verstehen’? |
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Wenn mir jemand etwas sagt und ich verstehe es, so geschieht mir dies ebenso, wie, daß ich, was er sagt, höre. Und hier ist Verstehen das Phänomen, welches sich einstellt, wenn ich einen deutschen Satz höre, und welches dieses Hören vom Hören eines Satzes einer mir nicht geläufigen| bekannten Sprache unterscheidet. |
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Denken wir an eine Chiffre: Ein Satz sei uns in der Chiffre gegeben und auch der Schlüssel, dann ist uns natürlich, in gewisser Beziehung, Alles zum Verständnis der Chiffre gegeben. Und doch würde ich, gefragt “verstehst Du diesen Satz in der Chiffre”, etwa antworten: Nein, ich muß ihn erst entziffern; und erst, wenn ich ihn z.B. ins Deutsche übertragen hätte, würde ich sagen “jetzt verstehe ich ihn”. Wenn man hier die Frage stellte: “In welchem Augenblick der Übertragung (aus der Chiffre ins Deutsche) verstehe ich den Satz”, so würde man einen Einblick in das Wesen dessen erhalten, was wir “verstehen” nennen.| // in das Wesen des Verstehens erhalten.// |
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Ich sage einen Satz “ich sehe einen schwarzen Kreis”; aber auf die Worte| // Wörter // kommt es doch nicht an; sagen| // setzen // wir also statt dieses Satzes “a b c d e”. Aber nun kann ich nicht ohne weiteres mit diesem Zeichen den oberen Sinn verbinden (es sei denn, daß ich es als ein Wort auffasse und dies als Abkürzung des oberen Satzes). Diese Schwierig- 7 keit ist doch aber sonderbar. Ich könnte sie so ausdrücken: Ich bin nicht gewöhnt statt ‘ich’ ‘a’ zu sagen und statt ‘sehe’ ‘b’, und statt ‘einen’ ‘c’, etc.. Aber damit meine ich nicht, daß ich, wenn ich daran gewöhnt wäre, mit dem Worte ‘a’ sofort das Wort ‘ich’ assoziieren würde; sondern, daß ich nicht gewöhnt bin ‘a’ an der Stelle von ‘ich’ zu gebrauchen — in der Bedeutung von ‘ich’. |
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Ich sage: Das Verstehen bestehe darin, daß ich eine bestimmte Erfahrung habe. — — Daß diese Erfahrung aber das Verstehen dessen ist — was ich verstehe —| ein verstehen ist besteht darin, daß diese Erfahrung ein Teil meiner Sprache ist. |
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Was heißt es, ein gemaltes Bild zu verstehen? Auch da gibt es Verständnis| Verstehen und Nichtverstehen. Und|; und auch hier| da kann “ verstehen” und “nicht verstehen” verschiedenerlei heißen. Das Bild stellt eine Anordnung von Gegenständen im Raum dar, aber einen Teil des Bildes bin ich unfähig, körperlich zu sehen; sondern sehe dort nur Farbflecke auf der Bildfläche. Wir können dann sagen, ich verstehe diese Teile des Bildes nicht. Es können aber auch Gegenstände auf dem Bild dargestellt sein, die wir noch nie gesehen haben. Und da gibt es den Fall, wo etwas (z.B.) wie ein Vogel aussieht| ausschaut, nur nicht wie einer, dessen Art ich kenne; oder aber ein räumliches Gebilde ist dargestellt, dergleichen ich nie gesehen habe. Vielleicht aber kenne ich alle Gegenstände, verstehe aber — in anderem Sinne — ihre Anordnung nicht. |
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Angenommen, das Bild stellte Menschen dar, und die Menschen darauf wären etwa ein Zoll lang. Angenommen nun, es gäbe Menschen, die diese Länge hätten, so würden| könnten wir sie | diese in dem Bild erkennen und es würde uns nun einen ganz andern Eindruck machen, obwohl doch die Illusion der dreidimensionalen Gegenstände ganz dieselbe wäre.| als den gewöhnlichen. … Und doch ist| besteht der tatsächliche| // dieser tatsächliche // Eindruck, wie er da ist, unabhängig davon, daß ich einmal Menschen in der gewöhnlichen Größe, und nie Zwerge, gesehen habe| Und doch spielt in den Eindruck den ich beim Anblick des Bildes habe nicht| d.h. es spielt in diesen Eindruck nicht… die Erinnerung hinein, wenn auch dies die Ursache 9 des Eindrucks ist. |
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Dieses Sehen der gemalten Menschen als Menschen (im Gegensatz etwa zu Zwergen) ist ganz analog dem Sehen des Bildes| // der Zeichnung // als dreidimensionales Gebilde. Wir können hier nicht sagen, wir sehen immer dasselbe und fassen es nachträglich, einmal als das Eine, einmal als das Andre auf, sondern wir sehen jedes Mal etwas Anderes. |
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Und so auch, wenn wir einen Satz mit Verständnis und ohne Verständnis lesen. (Erinnere Dich daran, wie es ist, wenn man einen Satz mit falscher Betonung liest, ihn daher nicht versteht, und nun auf einmal daraufkommt, wie er zu lesen ist.) |
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(Lesen einer schleuderhaften Schrift.) |
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Wenn man eine Uhr abliest, so sieht man einen Komplex von Strichen, Flecken etc., aber auf ganz bestimmte Weise, wenn man ihn als Uhr und Zeiger auffassen will.| auffaßt. |
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⇒ Wir könnten uns den Marsbewohner denken, der auf der Erde erst nach und nach den Gesichtsausdruck der Menschen als solchen verstehen lernte und den drohenden erst nach gewissen Erfahrungen als solchen empfinden lernt. Er hätte bis dahin diese Gesichtsform angeschaut| angesehen, wie wir die Form eines Steins betrachten. |
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⇒ Chinesische Gesten verstehen wir so wenig, wie chinesische Sätze. [D.h. es gibt nicht nur Unverständnis für Sätze. Wie aber lernen wir die Sprache fremder Gesten? Sie können uns durch Worte erklärt werden. Man kann uns sagen “das ist bei diesem Volk eine höhnische Gebärde”, etc.. Oder aber wir lernen die Gebärden verstehen wie wir als Kind die Gebärden & Mienen der Erwachsenen — ohne Erklärung — verstehen lernen. Und verstehen lernen heißt eben in diesem Sinne nicht erklären lernen & wir verstehen dann die Miene, können sie aber nicht durch einen andern Ausdruck erklären.] 11 |
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“Verstehen”, damit meine ich| Ich meine mit dem Wort “Verstehen”… ein Korrelat der Erklärung des Sinnes, nicht einer — etwa medizinischen — Beeinflussung. Mit dem Worte “Mißverständnis” meine ich also wesentlich etwas, was sich durch Erklärung beseitigen läßt. Eine andere Nichtübereinstimmung nenne ich nicht “Mißverständnis”. ⇆ |
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Verständnis entspricht der Erklärung; soweit es aber der Erklärung nicht entspricht, ist es unartikuliert und geht uns deswegen nichts an| interessiert uns darum nicht; oder es ist artikuliert und entspricht dem Satz selbst, dessen Verständnis wir beschreiben wollten.| dessen Sinn wir wiedergeben wollen. |
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Wissen, was der Satz besagt, kann nur heißen: die Frage beantworten können “was sagt er?”. |
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Den Sinn eines Satzes verstehen| // kennen //, kann nur heißen| soll heißen: die Frage “was ist sein Sinn” beantworten können. |
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Denn ist hier “Sinn haben”, quasi, intransitiv gebraucht, so daß man also nicht den Sinn eines Satzes von dem eines anderen Satzes unterscheiden kann, dann ist das Sinnhaben eine, den Gebrauch des Satzes begleitende, Angelegenheit, die| ein den Gebrauch des Satzes begleitender Vorgang, der uns nicht interessiert. |
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Das Triviale, was ich zu sagen habe, ist, daß auf den Satz “ich sage das nicht nur, ich meine etwas damit” und die Frage “was?”, ein weiterer Satz, in irgend welchen Zeichen, zur Antwort kommt. 12 |
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Man möchte sagen: er ist mit seinem Verständnis bei der Tatsache | // bei der Ausführung//, aber die Erklärung kann nie die Ausführung enthalten. Aber das Verständnis enthält nicht die Ausführung, sondern ist nur das Symbol, das bei der Ausführung übersetzt wird. |
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Wenn hier das Verstehen ein psychischer Vorgang ist| unter dem ‘Verstehen’ ein psychischer Vorgang gemeint ist & gesagt werden soll, daß dieser Vorgang erfahrungsgemäß eintreten muß| eintritt ehe ein Mensch einen Befehl befolgen kann, so interessiert uns diese Aussage nicht. — Sollte definiert werden, den Befehl befolgen heiße man es nur, wenn jener psychische Vorgang eingetreten sei, so wäre diese Definition müßig. Soll aber ‘verstehen’ hier heißen: erklären können, — warum sollte das notwendig sein um den Befehl zu befolgen. Natürlich handelt es sich hier nicht um logische Notwendigkeit. |
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Wenn man mir sagt “bringe eine gelbe Blume” und ich stelle mir vor, wie ich eine gelbe Blume hole, so kann das zeigen, daß ich den Befehl verstanden habe. Aber ebenso, wenn ich ein Bild des Vorgangs male. — Warum? Wohl, weil das, was ich tue, mit Worten des Befehls beschrieben werden muß. Oder soll ich sagen, ich habe tatsächlich einen (dem ersten) verwandten Befehl ausgeführt. |
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Was heißt dann also der Satz: “Ich muß den Befehl verstehen, ehe ich nach ihm handeln kann”? Denn dieser Satz| // dies zu sagen, // hat natürlich einen Sinn. Aber gewiß| // jedenfalls // wieder keinen metalogischen. |
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(Es kann keine notwendige Zwischenstufe zwischen dem Auffassen eines Befehls und dem Befolgen geben.) |
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Wenn das Verstehen eine notwendige? Vorbereitung des Folgens war, so muß es dem Zeichen etwas hinzugefügt haben; aber|, so hat es wohl dem Zeichen des Befehls etwas hinzugefügt. — Aber … etwas, was| Wenn das Verstehen eine Vorbereitung des Befolgens war, so kann man es| das Verstehen so auffassen, daß es dem Zeichen (des Befehls) etwas hinzufügt; aber etwas was …| Das Verstehen, wenn es eine Vorbereitung des Befolgens war, kann man so auffassen, daß es dem Zeichen (des Befehls) etwas hinzufügt; aber etwas was jedenfalls nicht die Ausführung war. |
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Es| Oder es konnten mir auch vor diesem Verstehen ‘mehrere Deutungen vorschweben’| Oder es schwebten mir auch vor diesem Verstehen mehrere Deutungen vor, für deren eine ich mich endlich entscheide. |
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Deuten wir denn etwas, wenn uns jemand einen Befehl gibt? Wir fassen auf, was wir hören oder sehen; oder; wir sehen, was wir sehen. |
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Vergleiche: “Ich sehne mich nach ihm” “Ich erwarte ihn” “Ich weiß daß er kommen wird” oder auch: 1 “ich habe mich von Morgen an nach ihm gesehnt” 2 “ich habe ihn von Morgen an erwartet” 3 “ich wußte vom Morgen an daß er kommen werde” 4 “ich hatte vom Morgen an Zahnschmerzen“ Kann man sagen “ich wußte vom Morgen an ununterbrochen daß er kommen werde”? Vergleiche No. 4 mit jedem der anderen Sätze. 5 “Ich konnte von meinem 10ten Jahr an Schachspielen”. 6 “Ich konnte seit damals nicht mehr hoch springen” |
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Aber natürlich kann das nicht anders sein, als wenn ich z.B. sage “ich will diesen Fleck rot anstreichen”, eine Vorstellung von der Farbe habe und nun “ weiß “, wie diese Vorstellung in die Wirklichkeit zu übersetzen ist. |
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Wie ist es, wenn ich jemandem den Befehl gebe “stelle Dir einen roten Fleck vor” & nun sage: den Befehl verstehen heiße, wissen wie es ist, wenn er ausgeführt ist; oder gar sich vorstellen können, wie es ist, wenn …” ⇄ 24 |
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Bedeutung . 25 |
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Augustinus, wenn er vom Lernen der Sprache redet, redet ausschließlich davon, wie wir den Dingen Namen beilegen, oder die Namen der Dinge verstehen. Hier scheint also das Benennen Fundament und Um und Auf der Sprache zu sein. Diese Auffassung des Fundaments der Sprache| Diese Betrachtungsweise der Sprache ist offenbar äquivalent mit der, die| ist wohl die, welche die Erklärungsform “das ist…” als fundamental auffaßt.— Von einem Unterschied der Worte redet Augustinus nicht, meint also mit “Namen?” offenbar Wörter, wie “Baum”, “Tisch”, “Brot”, und gewiß die Eigennamen der Personen; dann aber wohl auch “essen”, “gehen”, “hier”, “dort”; kurz, alle Wörter. Gewiß aber denkt er zunächst an Hauptwörter und an die übrigen als etwas, was sich finden wird. (Und Plato sagt, daß der Satz aus Haupt- und Zeitwörtern besteht.) Sie beschreiben eben das Spiel einfacher, als es ist. Dieses Spiel kommt aber wohl in der Wirklichkeit vor. — Nehmen wir etwa an, ich wollte aus Bausteinen, die mir ein Andrer zureichen soll, ein Haus aufführen, so könnten wir erst ein Übereinkommen dadurch treffen, daß ich auf einen Stein zeigend sagte “das ist eine Säule”, auf einen andern zeigend “das heißt Würfel”, — “das heißt Platte” u.s.w.. Und nun bestünde die Anwendung im Ausrufen jener Wörter “Säule”, “Platte”, etc. in der Ordnung, wie ich die Bausteine brauche. Und ganz 26 ähnlich ist ja das Übereinkommen
und etwa eines, das mit Farben arbeiten würde. |
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Augustinus beschreibt wirklich einen Kalkül; nur ist nicht alles, was wir Sprache nennen, dieser Kalkül. (Und das muß man in einer großen Anzahl von Fällen sagen, wo es sich fragt: ist diese Darstellung brauchbar oder unbrauchbar. Die Antwort ist dann: “ja, brauchbar; aber nur dafür , nicht für das ganze Gebiet, das Du darzustellen vorgabst”.) |
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Es ist so, als erklärte jemand: “spielen besteht darin, daß man Dinge, gewissen Regeln gemäß, auf einer Fläche verschiebt …” und wir ihm antworteten: Du denkst da gewiß an die Brettspiele, und auf sie ist Deine Beschreibung auch anwendbar. Aber das sind nicht die einzigen Spiele. Du kannst also Deine Erklärung richtigstellen, indem Du sie ausdrücklich auf diese Spiele einschränkst. Man könnte also sagen, Augustinus stelle das Lernen der Sprache zu einfach dar| // stelle die Sache zu einfach dar//; aber auch: er stelle eine einfachere Sache dar. (Wer das Schachspiel einfacher beschreibt — mit einfacheren Regeln — als es ist, beschreibt damit dennoch ein Spiel, aber ein anderes.) |
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Wie Augustinus das Lernen der Sprache beschreibt, das kann uns zeigen, woher|, von welcher primitiven Anschauung| welchem primitiven Bild sich diese Auffassung der Bedeutung überhaupt| eigentlich schreibt. Man könnte den Fall mit dem einer Schrift vergleichen, in der Buchstaben zum Bezeichnen von Lauten benützt würden, aber auch zur Bezeichnung der Betonung und als Interpunktionszeichen. Fassen wir dann diese Schrift als eine Sprache zur Beschreibung des Lautbildes auf, so 27 könnte man sich denken, daß Einer diese Schrift so auffaßte, als entspräche einfach jedem Buchstaben ein Laut und als hätten die Buchstaben nicht auch ganz andere Funktionen. — Und so einer — zu einfachen — Beschreibung der Schrift gleicht Augustinus' Beschreibung der Sprache völlig. |
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⇒ Man kann — für Andere verständlich —| Hierher gehört auch: Man kann — für Andere verständlich — von Kombinationen von Farben mit Formen sprechen (etwa der Farben rot und blau mit den Formen Quadrat und Kreis) ebenso wie von Kombinationen verschiedener Formen oder Körper. Und hier haben wir die Wurzel des| meines irreleitenden Ausdrucks, die Tatsache sei ein Komplex von Gegenständen. Es wird also, daß ein Mensch krank ist, verglichen mit der Zusammenstellung zweier Dinge, wovon das eine der Mensch, das andere die Krankheit wäre. Hüten wir uns ,| // Hüten wir uns davor,…// zu vergessen, daß das nur| Vergessen wir nicht, daß das nur … ein Gleichnis ist. Oder man muß sagen, es verhält sich hier mit dem Wort “Kombination”, oder “Komplex”, wie mit dem Wort “Zahl”, das auch in verschiedenen — mehr oder weniger logisch ähnlichen — Weisen (Bedeutungen) gebraucht wird. ⇄ |
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“Bedeutung” kommt von “deuten”. |
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Was wir Bedeutung nennen, muß mit der primitiven Gebärdensprache (Zeigesprache) zusammenhängen. |
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Wenn ich etwa die wirkliche Sitzordnung an einer Tafel nach einer Aufschreibung kollationiere, so hat es einen guten Sinn, beim Lesen jedes Namens auf einen bestimmten Menschen zu zeigen. Sollte ich aber etwa die Beschreibung eines Bildes mit dem Bild vergleichen und außer dem Personen- 28 verzeichnis sagte die Beschreibung auch, daß eine gewisse Person eine andere küßt, so wüßte ich nicht, worauf ich als Korrelat des Wortes “küssen” zeigen sollte. Oder, wenn etwa stünde “A ist größer als B”, worauf soll ich beim Wort “größer” zeigen? — Ganz offenbar kann ich ja gar nicht auf etwas diesem Wort entsprechendes in dem Sinne zeigen, wie ich etwa auf die Person A im Bilde zeige. Es gibt freilich einen Akt “die Aufmerksamkeit auf die Größe der Personen richten”, oder auf ihre Tätigkeit, und in diesem Sinne kann man auch das Küssen und die Größenverhältnisse kollationieren. Das zeigt, wie der allgemeine Begriff der Bedeutung entstehen konnte. Es geschieht da etwas Analoges, wie wenn das Pigment an Stelle der Farbe tritt. Und der Gebrauch des Wortes “kollationieren” ist hier so schwankend, wie der Gebrauch des Wortes “Bedeutung”. |
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Die Wörter haben offenbar ganz verschiedene Funktionen im Satz und diese Funktionen erscheinen uns ausgedrückt in den Regeln, die von den Wörtern gelten. |
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Wie in einem Stellwerk mit Handgriffen die verschiedensten Dinge ausgeführt werden, so mit den Wörtern der Sprache, die Handgriffen entsprechen. Ein Handgriff ist der einer Kurbel und diese kann kontinuierlich verstellt werden; einer gehört zu einem Schalter und kann nur entweder umgelegt oder aufgestellt werden; ein dritter gehört zu einem Schalter, der drei oder mehr Stellungen zuläßt; ein vierter ist der Handgriff einer Pumpe und wirkt nur, wenn| solange er auf- und abbewegt wird; etc.: aber alle sind Handgriffe, werden mit der Hand angefaßt. ⇆ |
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Die Bedeutung des Wortes — & auf die Bedeutung zeigen |
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Wir können in der alten Ausdrucksweise sagen: das Wesentliche am Wort ist seine Bedeutung. |
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Wir verstehen unter “Bedeutung des Namens” nicht den Träger des Namens.| Unter “Bedeutung des| eines Namens” wird nicht der Träger des Namens verstanden.| Unter der Bedeutung eines Namens wird nicht sein Träger verstanden. |
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Man kann sagen, daß die Worte “der Träger des Namens ‘N’” dieselbe Bedeutung haben wie der Name ‘N’ — also für einander eingesetzt werden können. |
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Aber heißt es nicht dasselbe, zu sagen “zwei Namen haben einen Träger” und “zwei Namen haben ein und dieselbe Bedeutung” ? (Morgenstern, Abendstern, Venus.) |
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Man kann sagen: Die Bedeutung des| eines Wortes lehren, heißt seinen Gebrauch lehren & das kann man durch Hinweisen auf den Träger eines Namens tun, wenn dieser Gebrauch, sozusagen, schon bis auf eine letzte Bestimmung bekannt ist. Erinnere Dich daran, daß durch die selbe hinweisende Geste auf denselben Körper die Bedeutung von Worten verschiedener Art erklärt werden kann. Z.B.: “das heißt ‘Holz’”, “das heißt ‘braun’”, “das heißt ‘Stab’”, “das heißt ‘Federstiel’”. |
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Denken wir aber wieder| dagegen an das Zeigen & Benennen von Gegenständen, durch das| wie man Kindern die Anfänge der Sprache lehrt. Hier kann man natürlich nicht sagen, diese Erklärung (wenn man das eine Erklärung nennen will) gebe noch eine letzte Bestimmung über den Gebrauch des Wortes, & das Kind kann auch noch nicht fragen “wie heißt das?”. ( D.h., , diese ‘Erklärung’ ist nicht die Antwort auf die Frage “wie heißt dieser Gegenstand?”.) |
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Aber zeigen wir nicht zur Erklärung der Bedeutung auf den Gegenstand, den der Name vertritt? Ja; aber dieser Gegenstand ist nicht ‘die Bedeutung’, obwohl sie durch das Zeigen auf diesen Gegenstand bestimmt wird. |
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Aber es bestimmt hier schon das richtige Verstehen des Wortes ‘Träger’ in dem besondern Fall (Farbe, Gestalt, Ton, etc.) die Bedeutung sozusagen bis auf eine letzte Bestimmung. D.h. der erklärende Hinweis auf den Träger entscheidet nur noch eine Frage nach der Bedeutung von der Art: “Welcher dieser Leute ist Herr N?”, “Welche Farbe heißt ‘lila’?”, “Welcher Ton ist das hohe C?”. |
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Man kann sagen “dieser Körper ist durch & durch gelb” aber nicht, “seine Oberfläche ist durch & durch gelb”. |
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Auf eine Zahl deuten. |
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Und wer auf einen Körper zeigt, zeigt dadurch, aber eben darum in anderem Sinne, auf seine Farbe, seine Gestalt, den Ort an dem er sich befindet. Wie der, welcher jemand Klavier spielen hört, dadurch in anderem Sinne das Musikstück hört, welches gespielt wird & in noch anderem Sinne die Schönheit des Stückes. — Aber was heißt es “er hört in anderem Sinne”, “er zeigt in anderem Sinne”? Was ich meine wäre jedenfalls in einer Definition ausgedrückt die etwa sagte: auf eine Farbe zeigen heißt: auf einen Körper zeigen der die Farbe hat. Also etwa F(ϕ) = (∃x).ϕx.Fx Daß F von ϕ in anderm Sinne ausgesagt wird als von x heißt, daß ich statt Fx nicht wieder einen Ausdruck wie die rechte Seite setzen kann. 34 |
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“Bedeutung, das was die Erklärung der Bedeutung erklärt” d.h.: Fragen wir nicht was Bedeutung sei, sondern sehen wir uns an| nach was man die “Erklärung derBedeutung” nennt. |
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Was wollen wir unter ‘Bedeutung’ eines Worts verstehen? Ein charakteristisches Gefühl, das das Aussprechen (Hören) des Wortes begleitet? (Das Und-Gefühl, Wenn-Gefühl James's) Oder wollen wir das Wort ‘Bedeutung’ ganz anders gebrauchen; &, z.B., sagen zwei Worte haben die gleiche Bedeutung wenn dieselben grammatischen Regeln von beiden gelten? Wir können es halten, wie wir wollen, müssen aber wissen daß dies zwei gänzlich verschiedene Gebrauchsweisen (Bedeutungen) des Wortes ‘Bedeutung’ sind. (Man kann vielleicht auch von einem spezifischen Gefühl reden welches der Schachspieler bei Zügen mit dem König empfindet.) |
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In einem Sinn ist die Erklärung der Bedeutung die Ausschließung von Mißverständnissen|kann man die Erklärung der Bedeutung die Ausschließung von Mißverständnissen nennen Sie sagt, das Wort hat diese Bedeutung, nicht jene. |
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Und “Erklärung der Bedeutung” nennen wir vielerlei. |
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Ich habe einmal als Kind nach der Bedeutung des Wortes “etwas” gefragt. [oder war es “vielleicht”?] Man antwortete mir: “das verstehst Du noch nicht”. Wie aber hätte man es erklären sollen! Durch eine Definition? oder hätte man sagen sollen,| oder sollte man sagen, das Wort sei undefinierbar? Wie ich es später verstehen gelernt habe, weiß ich nicht; aber ich habe wohl Phrasen worin das Wort vorkommt anwenden gelernt. Und dieses Lernen hatte wohl am meisten Ähnlichkeit mit einem Abrichten [abgerichtet werden| Werden]. |
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Ich wollte hier [auf dieser → Seite] das Wesen des Mißverständnisses im Gegensatz zum Unverständnis der Sprache darstellen. |
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Die Erklärung eines Zeichens muß jede Meinungsverschiedenheit in Bezug auf seine Bedeutung beseitigen können.| kann jede Meinungsverschiedenheit in bezug auf seine Bedeutung beseitigen. Und ist dann noch eine Frage nach der Bedeutung zu entscheiden? |
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Mißverständnis nenne ich das, was durch eine Erklärung zu beseitigen ist. Die Erklärung der Bedeutung eines Wortes schließt Mißverständnisse aus. |
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Das sind Mißverständnisse| Ein Mißverständnis ist: “Ist das eine Orange? ich dachte das sei eine”. Wie ist es mit diesem: “Ist das rot? ich dachte, das sei ein Sessel”? Kann man sich nicht einbilden (wenn man nicht deutsch versteht) “rot” heiße laut ( werde so gebraucht, wie tatsächlich das Wort “laut” gebraucht wird)? Wie wäre die Aufklärung dieses Mißverständnisses? Etwa so: “rot ist diese Farbe, — keine Tonstärke” — Eine solche Erklärung könnte man natürlich geben, aber sie wäre nur dem verständlich, der sich bereits in der Grammatik auskennt. |
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Der Satz “ist das rot? ich dachte, das sei ein Sessel” hat nur Sinn, wenn das Wort “das” beide Male im gleichen Sinn gebraucht wird und dann muß ich entweder “rot” als Substantiv, oder “ein Sessel” als Adjektiv auffassen. |
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“Heißt ‘weak’ schwach? ich dachte, es heiße Woche.” |
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Die Aufklärung kann nur verstanden werden, wenn sie in einer Sprache gegeben wird, die| wird in einer Sprache gegeben, die … unabhängig von dem Mißverständnis besteht. |
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Ist es denn nicht denkbar, daß ein grammatisches System in der Wirklichkeit zwei (oder mehr) Anwendungen hat? Ja, aber wenn wir das überhaupt sagen können, so müssen wir die beiden 37 Anwendungen auch durch eine Beschreibung unterscheiden können. |
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Mißverständnis Unverständnis. Die Erklärung der Bedeutung immer nur eine Andeutung. 38 |
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Und wenn ich nun sagen würde: “alles was geschieht, ist eben, daß ich auf diese Gegenstände sehe und dann diese Worte gebrauche,” so wäre die Antwort: “also besteht das Beschreiben in weiter nichts? und ist es immer eine Beschreibung, wenn Einer…?” Und darauf müßte ich sagen: “Nein. Nur kann ich den Vorgang nicht anders, oder doch nicht mit einer andern Multiplizität beschreiben, als, indem ich sage: ‘ich beschreibe, was ich sehe’; und darum ist keine Erklärung mehr möglich, weil mein Satz bereits die richtige Multiplizität hat.” |
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In welchem Sinne sagt man, man kennt die Bedeutung des Wortes A, noch ehe man den Befehl, in dem es vorkommt, befolgt hat? Und inwiefern kann man sagen, man hat die Bedeutung durch die Befolgung des Befehls kennengelernt? Können die beiden Bedeutungen miteinander in Widerspruch stehen? |
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Ich wünsche mir, einen Apfel zu bekommen. In welchem Sinne kann ich sagen, daß ich noch vor der Erfüllung des Wunsches die Bedeutung des Wortes “Apfel” kenne? Wie äußert sich denn die Kenntnis der Bedeutung? d.h., was versteht man denn unter ihr. Offenbar wird das Verständnis des Wortes durch eine Worterklärung gege- 40 ben, welche nicht die Erfüllung des Wunsches ist. |
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Die Bedeutung ist eine Festsetzung, nicht Erfahrung. Und damit nicht Kausalität.⋎ Was das Zeichen suggeriert, findet man durch Erfahrung. Es ist die Erfahrung, die uns lehrt, welche Zeichen am seltensten mißverstanden werden.⋎ Das Zeichen, soweit es suggeriert, also soweit es wirkt, interessiert uns nicht.⋎ Es interessiert uns nur als Zug in einem Spiel: Glied in einem System, das selbständig ist.| // Glied in einem System; das seine Bedeutung in sich selbst hat.//| Glied in einem System, das selbstbedeutend ist; das seine Bedeutung in sich selbst hat.// |
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Die Verwendung eines Plans, daß wir uns in irgend einer Weise nach ihm| einer Landkarte, daß wir uns in irgend einer Weise nach ihr richten, ist eine Übersetzung in unsere Handlungen. Eine Übertragung in unsere Handlungen.| Daß wir ihr Bild in unsere Handlungen übertragen. Es ist klar, daß da kausale Zusammenhänge gesehen werden, aber es wäre komisch, die als das Wesen eines Planes auszugeben.| // aber würde man sagen, sie sind es die den Plan zum Plan machen? //| Es ist klar daß hier kausale Zusammenhänge stattfinden; aber würden wir sagen, sie sind es die den Plan zum Plan machen? |
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Der Sinn der Sprache ist nicht durch ihre Wirkung bestimmt. Oder: Was man den Sinn, die Bedeutung, in der Sprache nennt, ist nicht ihre Wirkung. Damit meinte ich, daß, was wir Sinn eines Satzes nennen & durch eine sprachliche Erklärung erklärt wird, nichts mit dem zu tun hat, was die beabsichtigte Wirkung der Sprache hervorrufen hilft. |
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Es ist wirklich “the meaning of meaning” was wir untersuchen: Nämlich | // Oder // die Grammatik des Wortes “Bedeutung”. 42 |
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Anderseits sagt man: ich verstehe diese Geste, wie: ich verstehe dieses Thema, es sagt mir etwas & das heißt hier: ich erlebe es es greift in mich ein. Ich folge ihm mit bestimmtem Erlebnis. |
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Den Kopf schütteln. Verstehen des Wortes “nicht” im Sinne von “wissen wie es gebraucht wird” & dagegen das Verstehen einer Geste, der Eindruck den mir die Geste macht. |
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Das “Nicht” macht eine abwehrende| // verneinende// Geste. Nein, es ist eine abwehrende Geste. “Das Verstehen der Verneinung ist dasselbe, wie das Verstehen einer abwehrenden Geste.” |
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[Wo anders besser] Die Geste des Wortes “vielleicht” des Wortes “bitte” & “danke” als Erklärung der Bedeutung dieser Wörter. 43 |
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Zur Grammatik gehört nur das nicht, was die Wahrheit und Falschheit eines Satzes ausmacht. Nur darum kümmert sich die Grammatik nicht. Zu ihr gehören alle Bedingungen des Vergleichs des Satzes mit der Wirklichkeit| // mit den Tatsachen //. Das heißt, alle Bedingungen des Verständnisses. (Alle Bedingungen des Sinnes.) |
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Die Anwendung der Sprache geht über diese hinaus, aber nicht die Deutung der Schrift- oder Lautzeichen. Die Deutung vollzieht sich noch im Allgemeinen, als Vorbereitung auf jede Anwendung.| Die Deutung der Schrift & Lautzeichen durch hinweisende Erklärungen gehört nicht in die Anwendung der Sprache sondern ist ein Teil der Sprachlehre| ist nicht Anwendung … der Sprache sondern ein Teil der Sprachlehre. Die Deutung vollzieht sich noch im Allgemeinen, als Vorbereitung auf jede Anwendung. Sie geht in der Sprachlehre vor sich und nicht im Gebrauch der Sprache. |
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Ist nicht der Grund, warum wir glauben, mit der hinweisenden Erklärung das Gebiet der Sprache, des Zeichensystems, zu verlassen, daß wir dieses Heraustreten aus den Schriftzeichen mit einer Anwendung der Sprache, etwa mit einer Beschreibung dessen, was wir sehen, verwechseln?| Der Grund, warum wir glauben, mit der hinweisenden Erklärung das Gebiet der Sprache, des Zeichensystems, zu verlassen, ist, daß wir dieses Heraustreten aus den Schriftzeichen mit einer Anwendung der Sprache, etwa mit einer Beschreibung dessen, was wir sehen, verwechseln. |
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Man könnte fragen wollen: Ist es denn aber ein Zufall, daß ich zur Erklärung von Zeichen, also zur Vervollständigung des Zeichensystems aus den Schrift- oder Lautzeichen heraustreten muß? Trete ich damit nicht eben in das Gebiet, in dem| // worin// sich dann das zu Beschreibende| // das Beschriebene// abspielt? Aber dann ist| erscheint es seltsam, daß ich dann überhaupt mit dem Schriftzeichen etwas anfangen kann.| Aber ist es nicht seltsam, daß ich dann überhaupt mit dem Schriftzeichen etwas anfangen kann? — Man faßt es etwa so auf, daß| sagt etwa, daß … die Schriftzeichen bloß die Vertreter jener Dinge sind, auf die man zeigt. — Aber wie seltsam, daß so eine Vertretung möglich ist. Und es wäre nun das Wichtigste, zu verstehen, wie denn Schriftzeichen die andern Dinge vertreten können . Welche Eigenschaft müssen sie haben, die sie zu dieser Vertretung befähigt. Denn ich kann nicht sagen: statt Milch trinke ich Wasser und esse statt Brot Holz, indem ich das Wasser die Milch und Holz das Brot vertreten lasse. (Erinnert an Frege.) |
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Ich kann nun freilich doch sagen, daß das Definiendum das Definiens vertritt; und hier steht dieses hinter jenem, wie die Wählerschaft hinter ihrem Vertreter. Und in diesem Sinne kann man auch sagen, daß das in der hinweisenden Definition erklärte Zeichen den Hinweis vertreten kann, da man ja diesen wirklich in einer Gebärdensprache für jenes setzen könnte. Aber doch handelt es sich hier um eine Vertretung im Sinne einer Definition, denn die Gebärdensprache ist| // bleibt // eine Sprache. Ich möchte sagen: Von einem Befehl in der Gebärdensprache zu seiner Befolgung ist es ebenso weit, wie von diesem Befehl in der Wortsprache. Denn auch die hinweisenden Erklärungen müssen ein für allemal gegeben … 45 werden. D.h., auch sie gehören zu dem Grundstock von Erklärungen, die den Kalkül vorbereiten, und nicht zu seiner Anwendung ad hoc. 46 |
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Man kann nun sagen: ein rotes Täfelchen ist das primäre| ein primäres Zeichen für rot, ein Wort ein sekundäres, weil es die Bedeutung des Wortes “rot” erklärt wenn ich auf ein rotes Täfelchen zeige etc. dagegen nicht, wenn ich sage “rot” heiße soviel wie “rouge”. Aber ist dies unter allen Umständen so? Muß immer ein roter Gegenstand oder ein rotes Vorstellungsbild gegenwärtig sein, wenn ich das Wort rot verstehen soll? Denke an den Befehl “stelle Dir einen roten Fleck auf blauem Grund vor”. Und wie ist es mit Bindewörtern Propositionen etc.? |
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Nicht die Farbe Rot tritt an Stelle des Wortes “rot”, sondern die Gebärde, die auf einen roten Gegenstand hinweist, oder das rote Täfelchen. |
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Denken wir auch an den Fall, wenn wir sagen: “Ja, wenn das Wort das bedeutet (bedeuten soll), ist der Satz wahr.” |
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Besser auslassen! Es ist die Frage: Wenn sich die Regel, das Muster stehe für die Komplementärfarbe, ihrem Wesen nach nur auf die Farben (oder Wörter) blau, rot, grün, gelb bezieht, ist sie dann nicht identisch mit der, welche das grüne Zeichen als Wort für “rot”, und umgekehrt, etc. festsetzt? Denn eine Regel | // Allgemeinheit//, die ihrem logischen Wesen nach einem logischen Produkt äquivalent ist, ist nichts anderes, als dieses logische Produkt. (Denn man kann nicht sagen: hier ist das grüne Zeichen; nun hole mir ein Ding von der komplementären Farbe, welche immer das sein mag . D.h., “die komplimentäre Farbe von rot” ist keine Beschreibung von grün; wie “das Produkt von 2 und 2” keine Beschreibung von 4.) Die Bestimmung, die Komplemen- 52 tärfarbe als Bedeutung des Täfelchens zu nehmen, ist dann wie ein Querstrich in einer Tabelle; ein Querstrich in der Grammatik der Farben
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?—Vergiß hier auch nicht, daß die Wortsprache nur eine unter vielen möglichen Sprachen ist—? und es Übergänge von ihr in die andern gibt. Untersuche die Landkarte darauf| auf das hin, was in ihr dem Ausdruck der Wortsprache entspricht. |
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Regeln der Grammatik, die eine “Verbindung zwischen Sprache und Wirklichkeit” herstellen, und solche, die es nicht tun. Von der ersten Art etwa: “diese Farbe nenne ich ‘rot’ ”, — von der zweiten: “non-non-p = p”. Aber über diesen Unterschied besteht ein Irrtum: der Unterschied scheint prinzipieller Art zu sein; und die Sprache etwas, dem eine Struktur gegeben, und das dann der Wirklichkeit aufgepaßt wird. |
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“Ich will nicht verlangen, daß in der erklärenden Tabelle das rote Täfelchen horizontal gegenüber dem Wort ‘rot’ stehen soll, aber irgend ein Gesetz des Lesens der Tabelle muß es doch geben. Denn sonst verliert ja die Tabelle ihren Sinn”. Ist es aber gesetzlos, wenn die Tabelle so aufgefaßt wird, wie die Pfeile andeuten? “Aber muß dann nicht eben das Schema der Pfeile vorher gegeben werden?” Nur, sofern auch das Schema 55 |
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Ich bestimme die Bedeutung eines Worts, indem ich es als Name eines Gegenstandes erkläre, und auch, indem ich es als gleichbedeutend mit einem andern Wort erkläre. Aber habe ich denn nicht gesagt, man könne ein Zeichen nur durch ein anderes Zeichen erklären? Und das ist gewiß so, sofern ja die 56 hinweisende Erklärung “das (Pfeil) ist N” ein Zeichen ist. Aber ferner bildet hier auch der Träger von “N”, auf den gezeigt wird, einen Teil des Zeichens. Denn:
/dieser (Pfeil) hat es getan/ = /N hat es getan/ . Dann heißt aber ‘N’ der Name von diesem Menschen, nicht vom Zeichen “dieser (Pfeil)”, von dem ein Teil auch dieser Mensch ist. Und zwar spielt der Träger in dem Zeichen eine ganz besondere Rolle, verschieden von der eines andern Teiles eines Zeichens. (Eine Rolle, nicht ganz ungleich der des Musters.) |
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Die hinweisende Erklärung eines Namens ist nicht nur äußerlich verschieden von einer Definition wie “1 + 1 = 2”, indem etwa das eine Zeichen in einer Geste meiner Hand, statt in einem Laut- oder Schriftzeichen besteht, sondern sie unterscheidet sich von dieser logisch; wie die Definition, die das Wort dem Muster beigesellt, von der eines Wortes durch ein Wort. Es wird von ihr in andrer Weise Gebrauch gemacht. Wenn ich also einen Namen hinweisend definiere und einen zweiten durch ihn| // den ersten//, so steht dieser zu jenem in anderem Verhältnis| //ist dieser zu jenem in anderer Beziehung//, als zum Zeichen, das in der hinweisenden Definition gegeben würde. D.h., dieses letztere ist seinem Gebrauch nach wesentlich von dem Namen verschieden und daher die Verbaldefinition und die hinweisende Definition, ‘Definitionen’ im verschiedenen Sinne des Worts. |
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Der Begriff vom sekundären Zeichen ist doch dieser: Sekundär ist ein Zeichen dann, wenn, um mich nach ihm zu richten, ich eine Tabelle brauche, die es mit einem andern (primären) Zeichen verbindet, über welches ich mich erst nach dem sekundären richten kann. “Primär, das Zeichen, welches allein genügt hätte wenn es nicht zu unbequem wäre es immer mitzuführen”. Die Tabelle garantiert mir die Gleichheit aller Übergänge nicht, denn sie zwingt mich ja nicht, sie immer gleich zu gebrauchen. Sie ist da wie ein Feld, durch das Wege führen, aber ich kann ja auch querfeldein gehen. Ich mache den Übergang in der Tabelle bei jeder Anwendung von Neuem. Er ist nicht, quasi, ein für allemal in der Tabelle gemacht. (Die Tabelle verleitet mich höchstens, ihn zu machen.) Wie ist es aber, wo keine Tabelle gebraucht wird wie z.B. im Fall der gesprochenen & geschriebenen Buchstaben? Lautes Lesen & anderseits Abschreiben eines geschriebenen Satzes. |
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Man könnte in gewissem Sinne sagen, daß es uns auf Nuancen nicht ankommt. |
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14 Das, was uns am Zeichen interessiert, die Bedeutung, die für uns | die Philosophie am Zeichen interessiert, die Bedeutung, die für sie maßgebend ist, ist das, was in der Grammatik des Zeichens niedergelegt ist. ⇆ |
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Wenn ich sage, daß ein Satz, der Mengenlehre etwa, in Ordnung ist, aber eine neue Interpretation erhalten muß, so heißt das nur, dieser Teil der Mengenlehre bleibt in sich unangetastet, muß aber in eine andere grammatische Umgebung gerückt werden. 59 |
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Satz .
Sinn des Satzes . 60 |
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Oder wir müssen sagen: Vom Satzbegriff| // Satz// kann nur in einem grammatischen System| innerhalb eines grammatischen Systems gesprochen werden.| //… kann nur in der Erklärung eines grammatischen Systems die Rede sein.// |
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Nun möchte man aber sagen: “Satz ist alles, womit ich etwas meine”. Und 61 gefragt “was heißt das, ‘etwas’ meinen”, müßte| würde ich Beispiele anführen. Nun haben diese Beispiele zwar ihren Bereich, auf den sie ausgedehnt werden können, aber weiter führen sie mich doch nicht. Wie ich ja in der Logik nicht ins Blaue verallgemeinern kann. Hier handelt es sich aber nicht um Typen, sondern darum, daß die Verallgemeinerung selbst etwas bestimmtes ist; nämlich ein Zeichen mit vorausbestimmten grammatischen Regeln. D.h., daß die Unbestimmtheit der Allgemeinheit keine logische Unbestimmtheit ist. So als hätten wir nun nicht nur Freiheit im logischen Raum, sondern auch Freiheit, diesen Raum zu erweitern, oder zu verändern. Also nicht nur Bewegungsfreiheit, sondern eine Unbestimmtheit der Geometrie. |
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Ich kenne einen Satz, wenn ich ihn sehe. |
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Das Wort “Satz” und das Wort “Erfahrung” haben schon eine bestimmte Grammatik. |
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Das heißt, ihre Grammatik muß im vorhinein bestimmt sein und hängt nicht von irgend einem künftigen Ereignis ab. |
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Hier ist auch der Unsinn in der “experimentellen Theorie der Bedeutung” 63 ausgesprochen. Denn die Bedeutung ist in der Grammatik festgelegt. |
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Wie verhält sich die Grammatik des Wortes “Satz” zur Grammatik der Sätze? |
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“Satz” ist offenbar die Überschrift der Grammatik der Sätze. In einem Sinne aber auch die Überschrift der Grammatik überhaupt, also äquivalent den Worten “Grammatik” und “Sprache”. |
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Aber es ist doch lächerlich, die Welt, oder die Wirklichkeit, abgrenzen zu wollen. Wem soll man sie denn entgegenstellen. Und so ist es mit der Bedeutung des Wortes “Tatsache”. Aber man gebraucht ja diese Wörter auch nicht als Begriffswörter. |
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Wir haben es natürlich wieder mit einer falschen Analogie zu tun: Es hat guten Sinn zu sagen “ich weiß, daß er in diesem Zimmer ist, weil ich ihn höre, wenn ich auch nicht hineingehen und ihn sehen kann”. |
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“Satz” ist so allgemein wie z.B. auch “Ereignis”. Wie kann man “ein Ereignis” von dem abgrenzen, was kein Ereignis ist? Ebenso allgemein ist aber auch “Experiment”, das vielleicht auf den ersten Blick spezieller zu sein scheint. |
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Rechtmäßiger Gebrauch des Wortes ‘Sprache’: Es bedeutet entweder die Erfahrungstatsache, daß Menschen reden (auf gleicher Stufe mit der, daß 65 Hunde bellen), oder es bedeutet: festgesetztes System der Verständigung | // festgesetztes System von Wörtern und grammatischen Regeln// in den Ausdrücken “die englische Sprache”, “deutsche Sprache”, “Sprache der Neger” etc.. ‘Sprache’ als logischer Begriff könnte nur mit ‘Satz’ äquivalent, und dann eine| die Überschrift eines Teiles der Grammatik sein. |
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Eine Sprache erfinden, heißt, eine Sprache konstruieren. Ihre Regeln aufstellen. Ihre Grammatik verfassen. |
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Was für das Wort “Sprache” gilt, muß auch für den Ausdruck “System von Regeln” gelten. Also auch für das Wort “Kalkül”. |
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Wie bin ich denn zum Begriff ‘Sprache’ gekommen? Doch nur durch die Sprachen, die ich gelernt habe. Aber die haben mich in gewissem Sinne über sich hinausgeführt, denn ich wäre jetzt im Stande, eine neue Sprache zu konstruieren, z.B. Wörter zu 66 erfinden. Also gehört diese Methode der Konstruktion noch zum Begriff der Sprache. Aber nur, wenn ich ihn so festlege. Immer wieder hat mein “u.s. w.” eine Grenze. |
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Der Begriff: sich einander etwas mitteilen. Wenn ich z.B. sage: ‘Sprache’ werde ich jedes System von Zeichen nennen, das Menschen untereinander vereinbaren, um sich miteinander zu verständigen, so könnte man hier schon fragen: Und was schließt Du unter dem Begriff ‘Zeichen’ ein? |
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Was nenne ich “Handlung”, was “Sinneswahrnehmung”? |
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Allgemeine Ausführungen über die Welt und die Sprache gibt es nicht. |
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Aber warum zerbreche ich mir über den Begriff ‘Sprache’ den Kopf, statt Sprache zu gebrauchen?! Dieses Kopfzerbrechen ist nur dann berechtigt, wenn wir einen allgemeinen Begriff haben . |
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Ich finde bei Platon auf eine Frage wie “was ist Erkenntnis” nicht die vorläufige Antwort: Sehen wir einmal nach, wie dieses Wort gebraucht wird. Sokrates weist es immer zurück, von Erkenntnissen statt von der Erkenntnis zu reden. 67 |
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Das Wort “Regel” muß in der Erklärung eines Spiels nicht gebraucht werden (natürlich auch kein äquivalentes). |
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Wenn Frege sagt, mit unscharfen Begriffen wisse die Logik nichts anzufangen so ist das insofern die Wahrheit| // wahr //, als gerade die Schärfe der Begriffe zur Methode der Logik gehört. Das ist es was der Ausdruck, die Logik sei normativ, bezeichnen kann. |
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Wenn wir sagen “der Boden war ganz mit Pflanzen bedeckt” so meinen wir gewöhnlich nicht Bakterien (D.h. wir würden diese Deutung wenn sie vorgeschlagen würde, ablehnen). Wir würden, müßten wir bestimmte Grenzen ziehen, in den verschiedenen Fällen wenn wir das Wort im gewöhnlichen Leben gebrauchen verschiedene Grenzen ziehen. Und manchmal mußten wir auch Grenzen andeuten. |
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“Ein großes Stück Kuchen”, “ein großer Kirchturm”, “ein großer Hund”. |
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Die Logik zieht ihrem Wesen nach Grenzen aber in der Sprache die wir sprechen sind solche Grenzen nicht gezogen. Das heißt aber nicht daß nun die Logik die Sprache falsch darstellt, oder eine ideale Sprache. Sie portraitiert die farbige verschwommene Wirklichkeit als Federzeichnung das ist ihre Aufgabe. |
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(Sokrates stellt die Frage, was Erkenntnis sei und ist nicht mit der Aufzählung von Erkenntnissen zufrieden. Wir aber kümmern uns nicht viel um diesen allgemeinen Begriff und sind froh, wenn wir Schuhmacherei, Geometrie etc. verstehen.) |
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Die Philosophie hat es mit den bestehenden Sprachen zu tun und nicht vorzugeben, daß sie von einer abstrakten Sprache handeln müsse. |
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Was ist ein Satz? — Vor allem gibt es in unseren Sprachen einen Satzklang. (Daher Unsinngedichte wie die Lewis Caroll's.) Und was wir oft Unsinn nennen ist nicht eine Beliebige. |
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/Denken wir uns, wir läsen die Sätze eines Buches verkehrt, die Worte in umgekehrter Reihenfolge; könnten wir nicht dennoch den Satz verstehen? Und klänge er jetzt nicht ganz unsatzmäßig?/ 75 |
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Inwiefern ist das Verstehen — das augenblickliche Verstehen — des Satzes ein Kriterium dafür, daß der Satz Sinn hat? 76 |
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Dies gibt ein herrliches Beispiel dafür, was es heißt, einen Satz verstehen (meinen). |
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Die Erklärung: Satz sei alles, was wahr oder falsch sein könne|“Satz ist alles, was wahr oder falsch sein kann” bestimmt den Begriff des Satzes in einem bestimmten Sprachsystem als das was in diesem System als Argument einer Wahrheitsfunktion auftritt|Argument einer Wahrheitsfunktion ist. Und wenn wir von dem sprechen, was der Satzform als solcher wesentlich ist so meinen wir oft| sind es manchmal die Wahrheitsfunktionen. Wenn ich sagte die allgemeine Form des Satzes sei “es verhält sich so & so” so war eben das gemeint. |
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Die Erklärung,|: Satz sei alles, was wahr oder falsch sein könne — ist nicht so ganz unrichtig. Es ist die Form der Wahrheitsfunktion (in welcher Form der Zeichengebung immer ausgedrückt), die das logische Wesen des Satzes ausmacht. |
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‘p’ ist wahr = p. Man gebraucht das Wort “wahr” in Zusammenhängen wie “was er sagt ist wahr”, das aber sagt dasselbe wie “er sagt ‘p’, und p ist der Fall”. |
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Wenn wir von dem sprechen, was der Satzform als solcher wesentlich ist, so meinen wir die Wahrheitsfunktionen| Wahrheitsfunktion. 77 |
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Man kann natürlich nicht sagen, ‘Satz’ sei dasjenige, wovon man ‘wahr’ und ‘falsch’ aussagen könne, in dem Sinn, als könnte man versuchen, zu welchen Symbolen die Wörter ‘wahr’ und ‘falsch’ paßten und danach entscheiden, ob etwas ein Satz ist. Denn das würde nur dann etwas bestimmen, wenn diese Worte in einer bestimmten Weise gemeint sind, das aber können sie nur im Zusammenhang sein.| //…wenn diese Worte in einer bestimmten Weise gemeint sind, d.h. bereits eine bestimmte Grammatik haben.// Und eben im Zusammenhang mit einem Satz. Alles, was man machen kann, ist hier, wie in allen diesen Fällen, das grammatische Spiel bestimmen, seine Regeln angeben und es dabei bewenden lassen. |
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Man kann nicht sagen “dieser Struktur fehlt noch etwas, um ein Satz zu sein”. Sondern es fehlt ihr etwas, um in dieser Sprache ein Satz zu sein. Wie man sagen kann| // Man kann sagen//: dem Zeichenausdruck “2+2 4” fehlt etwas, um eine Gleichung zu sein. |
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Den Russen, welche statt “er ist gut” sagen “er gut” geht nichts verloren, und sie denken sich auch kein Verbum dazu. |
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“Rot kann man nicht teilen” heißt also: Erinnere Dich daran daß Du in dem Spiel zu welchem dieser Satz seiner Form nach zu gehören scheint nichts anfangen kannst| anzufangen weißt. |
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Wie mach ich's denn, etwas mit ihm meinen? Ich stelle mir wohl etwas bei meinen Worten vor, will etwas damit| mit ihnen, treibe etwas damit| mit ihnen, kurz verwende sie in einem Sprachspiel. Ich brauche das Wort zu einem Zweck & darum nicht unsinnig. |
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Der Sinn einer Längenangabe wird durch die Beschreibung der Meßmethode erklärt; die Wahrheit der Längenangabe. |
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Die Methode des Messens, z.B. des räumlichen Messens, verhält sich zu einer bestimmten Messung genau so, wie der Sinn eines Satzes zu seiner Wahr- oder Falschheit. |
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Der Sinn (also) nicht hinter ihm (wie der psychische Vorgang der Vorstellung etc.). |
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⇐ Man könnte auch so fragen: Ist der ganze Satz nur ein unartikuliertes Zeichen, in dem ich erst nachträglich Ähnlichkeiten mit anderen Sätzen erkenne? Das wäre etwa so, wenn jeder Satz eine Droge| // Medizin // mit bestimmter Wirkung wäre und man käme erst nachträglich durch Analyse darauf, daß zwei Medizinen gewisse Ingredienzen mit einander gemein hätten.| Als wäre er eine Flüssigkeit deren chemische Analyse uns erst gemeinsame Bestandteile mit anderen Substanzen| Flüssigkeiten aufzeigt|// erkennen läßt //. |
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In welchem Sinne kann ich sagen, der Satz sei ein Bild? Wenn ich darüber denke, möchte ich sagen: er muß ein Bild sein, damit er mir zeigen kann, was ich tun soll, damit ich mich nach ihm richten kann. Aber dann willst Du // also // bloß sagen, daß Du Dich nach dem Satz richtest in demselben Sinne, in dem Du Dich nach einem Bild richtest. Das Bild ist eine Beschreibung. |
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Ist jedes Bild ein Satz? Und was heißt es, etwa zu sagen, daß jedes als ein Satz gebraucht werden kann? |
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Ich kann die Beschreibung des Gartens in ein gemaltes Bild, das Bild in eine Beschreibung übersetzen. |
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Das Denken ist ganz dem Zeichnen von Bildern zu vergleichen. Man kann aber auch sagen: Das Denken ist (wesentlich) mit keinem Vorgang zu vergleichen und was wie ein Vergleichsobjekt scheint, ist in 84 Wirklichkeit ein Beispiel. |
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Wenn ich den Satz mit einem Maßstab verglichen habe, so habe ich, strenggenommen, nur einen Satz, der mit Hilfe eines Maßstabes die Länge eines Gegenstands| // eine Länge // beschreibt| aussagt, als Beispiel für alle Sätze herangezogen.| // als Beispiel eines Satzes herangezogen.// |
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Wenn man die Sätze als Vorschriften auffaßt, um Modelle zu bilden, wird ihre Bildhaftigkeit noch deutlicher. |
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Die Sprache muß von der Mannigfaltigkeit eines Stellwerks sein, das die Handlungen veranlaßt, die ihren Sätzen entsprechen. |
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Die Übereinstimmung von Satz und Wirklichkeit ist der Übereinstimmung zwischen Bild und Abgebildetem nur so weit ähnlich, wie der Übereinstimmung zwischen einem Erinnerungsbild und dem gegenwärtigen Gegenstand. |
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Der Satz ist der Tatsache so ähnlich wie das Zeichen ‘5’ dem Zeichen ‘3+2’. Und das gemalte Bild der Tatsache , wie ‘!!!!!’ dem Zeichen ‘!!+!!!’. |
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Die Beschreibung eines wirklichen Gegenstandes verhält sich zu der Beschreibung in einer Dichtung wie ein Portrait zu einem Genrebild. |
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Wenn ich ein Bild anschaue, so sagt es mir etwas, auch wenn ich keinen Augenblick glaube (mir einbilde), die Menschen seien wirklich oder es habe wirkliche Menschen gegeben, von denen dies ein verkleinertes Bild sei. “Es sagt mir etwas” kann aber hier nur heißen, “es bringt eine bestimmte Einstellung in mir hervor.” Denn wie, wenn ich fragte: “ was sagt es mir denn?” |
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Meine Stellung gegen das Bild ist auch keine hypothetische, so daß ich mir etwa sagte “wenn es solche Menschen gäbe, dann …” |
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23 ⇐ Mit dem Satz scheint die Realität wesentlich übereinstimmen oder nicht übereinstimmen zu können. Er scheint sie zu fordern, sich mit ihm zu vergleichen. |
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Man kann eine Lehne auf das Maß eines Körpers einstellen, vorbereiten. Dann liegt in dieser Einstellung zwar das eingestellte Maß, aber in keiner Weise, daß ein bestimmter Körper es hat. Ja vor allem liegt darin keine Annahme darüber, ob der Körper dieses Maß hat, oder nicht hat. |
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Ich sagte, der Satz wäre wie ein Maßstab an die Wirklichkeit angelegt: Aber| Und der Maßstab ist, wie alle Gleichnisse des Satzes, ein besonderer Fall eines Satzes. Und auch er bestimmt nichts, solange man nicht mit ihm mißt. Aber Messen ist Vergleichen (und muß heißen, Übersetzen). |
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Man könnte sagen, “die Erwartung ist kein Bild, sie bedient sich nur eines Bildes”. Ich erwarte etwa, daß meine Uhr jetzt auf 7 zeigen wird und drücke dies durch ein Bild der Zeigerstellung aus. Dieses Bild kann ich nun mit der wirklichen Stellung vergleichen; die Erwartung aber nicht. |
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Der Befehl die Zahlen 1 bis 4 zu quadrieren. |
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Ich könnte mein Problem so darstellen: Wenn ich untersuchen wollte, ob die Krönung Napoleons so und so stattgefunden hat, so könnte ich mich dabei, als einer Urkunde, des Bildes bedienen, statt einer Beschreibung. Und es frägt sich nun, ist die ganze Vergleichung der Urkunde mit der Wirklichkeit von der Art, wie der Vergleich der Wirklichkeit mit dem Bild, oder gibt es dabei noch etwas Andres, von andrer Art? |
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Aber womit soll man die Wirklichkeit vergleichen,| (:) als mit dem Satz? Und was soll man andres tun,| (:) als sie mit ihm zu vergleichen? |
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Wenn man das Beispiel von dem, durch Gebärden mitgeteilten Befehl betrachtet, möchte man einerseits immer sagen: “Ja, dieses Beispiel ist eben unvollkommen, die Gebärdensprache zu roh, darum kann sie den beabsichtigten Sinn nicht vollständig ausdrücken” — aber tatsächlich ist sie so gut wie jede denkbare andere, und erfüllt ihren Zweck so vollständig, wie es überhaupt denkbar ist. (Es ist eine der wichtigsten Einsichten, daß es keine Verbesserung der Logik gibt.) |
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Angedeutet aber ist etwas nur insofern, als ein System nicht ausdrücklich, oder unvollkommen festgelegt ist. Wir möchten sagen, es sei uns unvollkommen angedeutet oder, das Zeichen suggeriere nur undeutlich, was 90 wir zu tun hätten. Es sei etwa in dem Sinn undeutlich, wie eine Tafel mit der Aufschrift “Links Gehen” deutlicher wird, wenn zugleich ein Pfeil die Richtung zeigt.| // Es sei etwa undeutlich in dem Sinn, in welchem wir der Deutlichkeit halber Zeichen ausführlicher geben.// |
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Eindeutig aber kann er nur werden, dadurch, daß in dem System von Befehlen eine Unterscheidung gemacht wird, die, wenn sie fehlt, eben die Zweideutigkeit hervorruft. (Wenn also das System die richtige Mannigfaltigkeit erhält.) |
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Was, in der Logik, nicht nötig ist, hilft auch nicht.| //… ist auch nicht von Nutzen.// Was nicht nötig ist, ist überflüssig. |
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Wir sagen : Der Befehl befiehlt dies, & tun es; aber auch, “der Befehl befiehlt dies: ich soll das & das tun. Wir übersetzen ihn in einen anderen Satz, in eine Demonstration, oder| einmal in einen anderen Satz, einmal in eine Demonstration, & einmal in die Tat. Ja er befiehlt ja schon — möchte ich sagen — daß ich das tun soll! Aber was ist denn das das? Ich werde von der Form: “Er befiehlt das” hypnotisiert. |
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“Der Befehl befiehlt seine Befolgung”. Ja also kennt er seine Befolgung schon ehe sie da ist! — Aber der Satz ist ja nur ein grammatischer über die Worte “Befehl” & “Befolgung”. Er sagt: Wenn ein Befehl lautet “Tue das & das” dann nennt man “das & das tun” das Befolgen dieses Befehls. Jener Satz ist von der Art grammatikalischer Sätze wie: Der Hund hat ‘Beine’ der Hase ‘Läufe’. |
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“Der Satz sagt etwas” darauf ist die Ergänzung entweder die Frage “Was?” & ein andrer Satz — oder “sagt etwas” ist gar keine Variable, heißt nicht: sagt dies, oder jenes. |
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Der Wunsch scheint schon zu wissen was ihn erfüllen wird oder würde, der Satz der Gedanke was ihn wahr macht auch wenn es gar nicht da ist! Woher dieses Bestimmen, dessen, was noch nicht da ist? — dieses despotische Verlangen| Verfügen? Und woher diese seltsame Sinnestäuschung? Wir sagen der Satz sagt etwas, der Wunsch wünscht der Befehl befiehlt etwas. Aber wie verwenden| benützen wir denn diese Aussagen, wann benützen wir sie in welchem weitern Zusammenhang? Was ist es, was ein Satz sagt, was setzen wir statt dem ‘etwas’ ein? Dieser Satz sagt: daß … & nun folgt ein weiterer Satz| Ausdruck. |
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Man könnte auch so sagen: Dieser Befehl befiehlt dies (& tut es). — Aber hat er dies nicht schon früher befohlen? (Er hat doch früher nichts anderes befohlen!) Also hat er diese Tat befohlen ehe es sie noch gab. Inwiefern hat er aber früher dies befohlen? — Ist denn Befehlen eine Tätigkeit, die er auch früher ausübte? Und wie hat er sie ausgeübt? Der Befehl befiehlt das & das enthält ja die Zeit gar nicht sowenig wie 2 + 2 ist 4. Ich habe auch früher dies gemeint enthält wohl die Zeit. Aber was ist denn hier das Kriterium dafür daß ich dies meinte. Heißt es ich habe schon früher den Dieb gehangen ehe ich ihn noch hatte. Wie kann man meinen was noch nicht geschehen ist. Worin bestand aber dies meinen damals. Was nennen wir also jetzt dies was wir jetzt tun gemeint zu haben? Worin besteht die Identität: dasselbe jetzt tun, was ich früher meinte. Worin besteht es: dieselbe Speise jetzt zubereiten, die ich später esse. Ja ich meine ja jetzt schon das was ich später tue| ausführe. Ja manchmal meine ich jetzt dasselbe; manchmal etwas anderes:|! In welchem Falle sagen wir das eine, in welchem Falle das andre? In welchem Falle sage ich daß ich etwas anderes getan habe als ich meinte — & in welchem das selbe. Und wenn der Befehl nicht befolgt wird: wo ist dann der Schatten der| seiner Befolgung den Du zu sehen meintest, weil Dir die Form vorschwebte: Er befiehlt das & das. Wie macht man es denn: etwas| das & das zu befehlen? Man sagt: man befiehlt: den Befehl und auch man befiehlt: die Handlung (die Befolgung). Man möchte sagen: ich befehle mehr als die Worte & weniger als die Handlung. Wir identifizieren den Satz “daß …” mit der Handlung. Er hat das getan was ich ihm befohlen habe. — Warum soll man hier nicht sagen es sei eine Identität der Handlung & der Worte?! Wozu soll ich einen Schatten zwischen die beiden stellen? Wir haben ja eine Projektionsmethode. Nur ist es eine andere Identität: Ich habe das getan was er getan hat & ich habe getan das was er befohlen hat. 93 |
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Sprache die nur aus einem Signal besteht das immer gegeben wird, wenn eine bestimmte Handlung vollführt werden soll. Abrichten. |
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Jeder Satz einer Sprache hat nur Sinn im Gegensatz zu anderen Wortzusammenstellungen derselben Sprache. |
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Denken ist Pläne machen. Wenn Du Pläne machst, so machst Du einen Plan zum Unterschied von | // im Gegensatz zu // andern Plänen. |
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“Geh so nicht so ” hat nur Sinn, wenn es die Richtung ist, die dem Pfeil hier wesentlich ist, und nicht, etwa nur die Länge. |
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Man muß wissen, worauf im Zeichen man zu sehen hat. Etwa: auf welcher Ziffer der Zeiger steht, nicht darauf, wie lang er ist. |
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“Ich muß auf die Länge achten”. “ich muß auf die Richtung achten”, das heißt schon: auf die Länge im Gegensatz zu anderen, etc.. |
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Es zeigt mir jemand zum ersten Mal eine Uhr und will, daß ich mich nach ihr richte. Ich frage nun: worauf soll ich bei diesem Ding achten. Und er sagt: auf die Stellung der Zeiger. |
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Natürlich, das Zeichen eines Systems bezeichnet es nur im Gegensatz zu anderen Systemen und setzt selbst ein System voraus. (Interne Relation, die nur besteht, wenn ihre Glieder da sind.) 95 |







